Alles aus dem Bereich ‚Deutsche Tugenden‘

Guckt her Kinder, Krieg ist so schön!

Krieg ist was du draus machst, zum Beispiel ein 7-minütiges Werbevideo, garniert mit Möchtegern-Geschichte und dem Anpreisen was die modernen Mordmaschinen so alles leisten können.

Gegen Oberlehrerinnen. Für eine verhunzte Rechtschreibung.

Seit einigen Tagen befindet sich auch blogsport im Besitz eines Instituts für Sprachhygiene. Grund genug auf diesen Fetisch einiger deutscher Linker, die sich in ihrem bildungsbürgerlichen Habitus mit bemerkenswerter Penetranz gefallen, einzugehen.

Oberster Ausdruck dieser Sitte ist es eine Schwäche in Rechtschreibung und Zeichensetzung als Argument, wenn schon nicht für die eigene Position, dann aber doch wenigstens gegen die entgegengesetzte zu nehmen. So werden Zitate in denen das, in Deutsch-Leistungskurs und Germanistikstudium, geschulte Auge einen Fauxpaus in der korrekten, weil vorgegebenen, Verwendung der Sprache ausmacht mit dem Hinweis »Fehler im Original« versehen. Über das Anprangern der mangelhaften Anwendung deutscher Sprache stellt man sich selbst nicht nur als coole Checkerin dar, die einen Haufen kapiert hat, die Kontrahentinnen werden wenigstens im Subton als dumme Loserinnen gebrandmarkt. Dabei kann die Rechtschreibfanatikerin den größten Rotz aufgeschrieben haben, sie hat ja wenigstens die Rechtschreibung auf ihrer Seite, so schlimm kann das also doch gar nicht sein.

Linke schreiben sich oft auf die Fahne eine, wesentlich seltener begrifflich gefasste, Herrschaft oder Ausbeutung bekämpfen zu wollen, diesem Anliegen wird von den Sprachpuritanistinnen ein Bärendienst erwiesen. »Deutsche Sprache, schwere Sprache« lautet ein Merksatz derjenigen, die sich den Leitsatz einer jeden vernünftigen Jugendantifa »Deutsch schwänzen« zu Herzen genommen haben. Genau das ist die Krux an der ganzen Sache, wenn schon Linke mit einer ekelhaften subtilen Aggressivität an ein belangloses Thema wie Rechtschreibung angehen, werden Hürden sich einzubringen für Migrantinnen, Lernbehinderte oder Leute mit niedrigerem Schulabschluß bzw. schlicht keinem Gefühl für die Tücken der scheißdeutschen Grammatik, soll es geben liebe Oberlehrerinnen, erhöht und die Angst vor sozialer Demütigung erhöht.

Der schlicht und ergreifend einfachste und banalste Anspruch, der an einen Text zu stellen ist, dass er zu verstehen ist. Ironischerweise nimmt die Möglichkeit des Verstehens für einen Großteil der Menschheit aber mit mehr universitärem Duktus ab, so mag ein Text vorgelegt werden, der zwar grammatikalisch einwandfrei ist und einen jeden Schreibwettbewerb mit Abstand gewinnen würde, von denen aber, die damit agitiert werden sollen, also die ideele Gesamtmenschheit, nicht mehr verstanden werden kann. Dann hat man sich eine schöne Mastubiervorlage zusammengeschustert, ansonsten aber nichts gesagt.

Und nichts anderes macht das Institut für Sprachhygiene, mit dem Duden in der einen, dem Rohrstock in der anderen Hand wird sich auf die Pirsch durch die Abgründe des Planet Blogsports begeben. Wenn sich ein Fehler auftut wird sich, stets in der Pose der Alles und viel Besserwissenden an die Korrektur gemacht. Der Wahn der Rechtschreibung hat sich bei jenen semiprofessionellen Sprachhygienikerinnen schon zur Kritik gemaustert. Allen Ernstes halten sie fest, »daß die häßlichsten Elaborate meist von Nazis verfaßt sind. Mit solchen Geistern sollte man sich nichtmal formal gemein machen.« Man merke, Nazis können ihre eigene Sprache nicht, was für ein Nullargument, und man sollte eine nach allen Regeln der Kunst gestaltete Rechtschreibung und Grammatik anwenden um sich nicht mit den Nazis gemein zu machen. Wenn man so weiterdenkt muss man sich wohl eine neue Sprache ausdenken, denn wenn man irgendeine andere korrekt anwendet macht man sich noch mit den herrschenden Horrorgestalten von Demokratinnen gemein, und das kann man ja auch nicht wollen.

Der einzig vernünftige Anspruch an einen Text ist und bleibt der ihn verstehen zu können, alles darüber hinaus ist autoritäre Scheiße. Ob sich Linke mit Nazis oder Demokratinnen gemein machen entscheidet sich eben nicht an der Anzahl von Rechtschreibfehlern pro 200 Wörter, sondern ganz schlicht und ergreifend an den Inhalten, die mit diesen 200 Wörtern transportiert werden. Wer da eine korrekte Kritik des Nationalstaates abliefert und das Kapitalverhältnis mit den richtigen Argumenten zum Teufel wünscht, die ist auch keine Faschistin oder Demokratin, egal ob sie es schafft Scheißdeutsche richtig zu schreiben oder nicht.

Versklavung zum Design

Jede, die schonmal ein wenig mit Photoshop gearbeitet hat (oder gar ein wenig mehr) kennt das Problem, das aufkommt wenn man Gegenstände oder Personen Freistellen möchte, das ist aufreibende Frickelarbeit, die schon einigen Nervensträngen und Bildschirmen das Leben gekostet hat. Die kapitalistische Vergesellschaftung hat es aber glücklicherweise zu einem ihrer Lebenskonzepte gemacht, das was nervig ist auslagern zu können, und das auch noch möglich billig. Rosa Rauschen hat einen solchen Fall gefunden. Bilder nach Thailand und die wichtigen Teile freigestellt wieder zurück. Klingt traumhaft? Ist Arschloch. Für lächerlich wenig Geld muss man da 8 Stunden am Tag vor Bildschirmen sitzen und Pixel von anderen Pixeln trennen. Und wer so ein Angebot annimmt? Ist auch ein Arschloch.Kostenoptimierung my ass.

Kein Grund zur Beunruhigung!

Die Raver kommen! Zwei Jahre muss das Ruhrgebiet diesen stinkenden, drogenkonsumierenden, pöbelnden Mob, der dumpfe Bässe mit lächerlichen Zwischenrufen garniert und das alles auch noch besser findet als Mozart oder Wagner noch ertragen. Eine Belastungsprobe für die in Anstand und Sauberkeit erfahrenen Volksdeutschen. Aber nicht nur das. Die Raver pissen nicht nur an die Gleise (Kulturgut), sie verseuchen das Wasser (Kulturgut) mit Drogen und: sie kosten Geld. Statt 800.000 Euro berechnet Duisburg jetzt 1,6 Millionen, das Volk erwartet schlimmstes, nämlich dass dies keineswegs aller Tage abend ist, Horrorvisionen werden erarbeitet, ganze 2 Millionen Euro könnten es werden. Das ist eindeutig zu viel. Man kann doch nicht, aus dem eh schon leeren Stadtsäckel, nicht noch 2 Millionen abschöpfen für diese marodierende Bande außer Rand und Band geratener Jugendlicher! Kann man schon wenn man Politikerin ist, kein Wunder erkennt da des Volkes Stimme, Politiker sind eh unser Unglück, korrupte Schweine mit dem Hang zu Betrug, Hintergehung und Lügerei.

Die Kosten und die vermeintlichen Lügen sind nicht das Problem der Love Parade. Das Problem sind auch nicht unbedingt die Drogen, die genommen werden. Das Problem ist, die Love Parade ist einfach keine gute Party. Die Love Parade ist eine zu einem Event stilisierte, durch etliche Fernsehberichte und hetzende Journalisten zur Legende erhobene Veranstaltung ohne besonderen Anspruch an irgendwas. Auf irgendeinem Abstellgleis zu stehen und zu tanzen kann Spaß machen, muss es eben aber nicht. Durch eine dreckige Stadt zu laufen und zu tanzen kann auch Spaß, muss es aber nicht. Die Love Parade ist tief im Nicht-Bereich. Die Bauernopfer der ganzen Republik kommen an und nehmen Drogen, prollen auf Amphetaminen rum was das Mackertum hergibt und der Fickwunsch spricht aus Augen mit Rändern bis zum Kinn. Da will man gar nicht hin.

Für die Duisburger alles kein Grund zur Beunruhigung, 1. kann man die Stadt auch mit der Menge Müll, die eine Love Parade produziert nicht mehr abwerten und 2. ist am Tag danach eh alles vorbei. Wenn man ehrlich ist ist natürlich auch nicht das Geld das Problem, 2 Milliönchen können den Duisburger Haushalt auch nicht retten, das Problem ist der verzerrte Spiegel, der einem vorgehalten wird in dem das Leben noch trauriger erscheint als es zwischen Schloten, die nicht mehr rauchen, weil die Kohle weg ist, und angeranzten Fassaden eh wirkt. Oder wie »contraLP« bei derWesten sagt: »Lieber 50 Mio für die Taliban als 1,6 Mio für eine besoffene, bekiffte Spasstruppe.«