Archiv für März 2010

AWESOME macht Urlaub.

Liebste Leserinnen, ich werd mich die nächsten Tage ein wenig verkrümeln, das Internet Internet sein lassen und mich in einer nicht näher definierten Provinz verstecken. Das nenn ich dann Urlaub und Kopf frei kriegen. Deswegen hier jetzt erstmal ein wenig länger nichts, wie lange will ich nicht verraten. Weiß ich auch selber nicht genau. Bis der Stapel Arbeit getan ist und ich mich wieder in die Großstadt traue. Bleiben Sie mir gewogen,

rock n riot

Tarik Mikou

/head

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Design You Trust – New DIN Hairline by Parachute

start a revolution.

…stop hating your body.

Rocky Horror Picture Show

Allen, die dieses Meisterwerk der Meisterwerke ebenso lieben wie ich möchte ich das Tumblog Fuck Yeah Rocky Horror dringendst ans Herz legen.

Lykke Li – Possibility live

Traumaverarbeitung

Ich kenne keinen Menschen, die nicht wenigstens ein mittleres Trauma von der nervigen Windows-Büroklammer davon getragen hat. Irgendjemand hat das ganz analog so verarbeitet:

Eine kleine Abendpolemik

Es ist Abend, Zeit zu jagen,
ich brauch etwas in mein‘ Magen.

K.I.Z. – Tanz

Wo im wirklichen Sommer die Mücken die Pest des Abends sind bemüßigen sich Läuferinnen dies in dem zu sein was der gesamtverblödete Teil der Menschheit Frühsommer nennt. Frühsommer ist eine undefinierbare Zeit, die irgendwann zwischen Januar und Juli anfängt, das hängt von Befindlichkeiten und Variablen ab, die kein Mensch je zusammengefasst hat. Deswegen dürfen auch alle immer vom Frühsommer reden und sich freuen, dass die Sonne sich zu einem Arschloch entwickelt hat, dass dem Winter den Gar aus machen will. Läuferinnen versammeln sich dann überall. Auf Brücken, Straßen, Plätzen sieht man sie. Normalerweise gekleidet in unvorteilhaftesten Klmaotten, die noch jede Speckschwabe beim Auf- und Abwackeln schön akzentuiert. Warum die das tragen wissen sie vermutlich selber nicht, das stand wohl, je nach Geschlecht, in der Freundin oder Men’s Health. Und was die vorgeben, das muss ja Hand und Fuß haben. In ihren speckigen Figuren machen sie sich auf eben jenen Speck wieder loszuwerden. »Deutschland bewegt sich« trötet schließlich schon seit Jahren das öffentlich-rechtliche Verblödungsmedium ZDF in seiner Beruhigungssendung für die Volksseele, der Sportschau. Da macht man doch gleich mit.

Meine Verachtung habe ich aus Versehen mit in die Uni getragen, ich wünsche der Frau in der Bibliothek einen schönen Abend mit Gesichtsausdruck und Stimmlage, die so circa genau das Gegenteil vermuten lassen. Scheint ihr egal zu sein. Besser so. Den Kommilitoninnen, die mir über den Weg laufen auch. Besser so. Sonst würde ich ihnen nochmal ausführlich erklären warum ich sie und das Volk zu dem sie so gerne gehören wollen würden so abgrundtief verabscheue. Dozentinnen begegnen mir nicht. Noch besser so. Nachmittags betrunken durch die Uni zu torkeln kam noch nie gut an. Ich torkel weiter. »Yuppies raus!« hat ein ganz besonders blödes Mensch an die Wand gekritzelt. Ich schaue an mir herab. Die Schuhe sind etwas dreckig aber verdammt teuer, eigentlich alles was ich trage könnte mit dieser Beschreibung erfasst werden. Inklusive meiner Frisur. Noch ein Blick in mein Portemonnaie, 55 Cent, alles klar. Bin wohl ein Yuppie. Seh gut aus und leb trotzdem unter dem was sich die politische Klasse als Armutsgrenze ausdachte. Also muss ich wohl raus hier. Nur wohin? Kreuzberg wäre in der Nähe aber da gibt es nichts was mich gerade faszinieren würde. Nur eine abscheuliche Mischung aus Linken und »hippen« Leuten, die denken ein MacBook wäre alles im Leben. Ist es aber nicht. Sag ich aus Erfahrung.

Schon wieder ein Rotte Läuferinnen, dahinter eine bestehend aus Radfahrerinnen, das kann nicht gut sein. Ich und mein Bier werden auf den äußersten Rand des Gehsteigs gedrängt. Eine Läuferin läuft trotzdem in mein Bier, man war ja damit beschäftigt den infernalisch klingelnden Trotteln auf den Fahrrädern auszuweichen, da ist die Aufmerksamkeit schon mal komplett verbraucht. Ich murmle »Fick dich« und gehe weiter. Eine andere Läuferin guckt mich schockiert an, ich gaffe zurück, sie laufen weiter. Wer will sich schon mit einem stinkenden Yuppie anlegen?
Das Bier ist mittlerweile alle. Also rein in den nächsten Supermarkt. Tasche mit Bier füllen, Milch kaufen, 54 Cent, raus gehen. Mein Barvermögen ist auf ein Cent geschrumpft, dafür habe ich Milch um morgen Früh das nächste Yuppie-Klischee zu erfüllen und Bier um den Abend zwischen all dem Abschaum zu überleben. Ich fühl mich ein wenig wie in diesem »Play«-Film am Anfang. Nur ohne Schwanz und Hartalk. Menschen rempel ich auch nicht an, die Omi darf ungestraft vorbeigehen. Das Wettrüsten, dem sich alle hergeben, würde ich eh verlieren. Man braucht keine Waffen wenn man nach einem Menschen aussieht, den man besser nicht ansprechen sollte. Und eh klar: Frauen werden nicht geschlagen. Nur manchmal. Meistens von ihren Ehemännern. Und mit so was fang ich gar nicht erst an. Könnte ich mir direkt ein Restaurant kaufen, was vielleicht gar keine so schlechte Idee wäre – die Gene meiner Familie neigen wohl zum Kochen können. Vielleicht könnte man damit das mit der Armut mal zur Hölle jagen. Vermutlich nicht. Die Lektüre von zwei Seiten Marx und 30 Seiten Sekundärliteratur hat mir mal verraten, dass das mit der Armut ein strukturelles Problem ist und gar kein persönliches. Klasse hab ich mir gedacht und mich wieder ans prekäre Schuften gemacht.Es gibt zu viele Menschen mit MacBooks. Es gibt zu viele Menschen, die denken nach Berlin ziehen und in Cafés sitzen wäre der Weg zum Sascha Lobo werden. Was die Menschen verkennen: Sascha Lobo gibt es schon. Ich weiß das. Ich will kein Sascha Lobo werden. Ich will auch nicht in Berlin sein um Latte Machiatto zu trinken, ehrlich gesagt hasse ich das Zeug, oder ins Berghain zu gehen. Eigentlich bin ich hier, weil es mir gefällt. Ich mag verranzte Straßenzüge deren Krönung noch verranztere besetzte Häuser sind. Ich mag auch im Sommer auf einer Wiese liegen und plötzlich taucht eine Techno-Party auf. Ich mag nur die Leute nicht, die das heute so als cool erachten mit dieser Party aufzutauchen. Schon wieder ein Läufer, guckt mich komisch an, das Bier ist zu voll um es für ihn zu verschwenden. Das Burschenschaftshaus in 100 Metern ist ein verlockenderen Ziel. Aber es ist zu früh – wer will bei Straftaten schon gerne von Touristinnen photographiert werden? Ich jedenfalls nicht. Ist unvorteilhaft wurde mir in der westdeutschen Provinz in einer Jugendantifa erzählt. Einige der Wenigen Sachen, die tatsächlich einleuchtend sind von dem was man damals so verzapft hat.

Wo bin ich eigentlich? Irgendwo im Moloch, nicht mehr da wo man mich raus haben wollte, weil ich Yuppie bin. Den direkten Weg nach Hause habe ich jedenfalls auch nicht eingeschlagen. Um die Uhrzeit in öffentliche Verkehrsmittel einzusteigen wäre aber auch verherrend. Dann doch lieber den nächsten Pulk Läuferinnen an mir vorbei ziehen lassen, wo waren die eigentlich alle die letzten Monate? Und umdrehen. Also nicht ganz, mehr so 142°. Doch mal nach Hause gegen, gleich kommt die Mädchen-Gang. Die kann man auch so schön hassen. Bier leer. Nächstes Bier voll. Das leere auf dem Fahrradstreifen zerschellen lassen. Mir wird immer erzählt das sei asozial, ich kann damit leben. Die einzigen Fahrradfahrerinnen mit denen ich mich verbunden fühle fahren eh auf der Straße. Up the Bike Punx!

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Fontblog – Museum of Modern Arts kauft @-Zeichen

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NRRRDZ000005 – PASSIVBLOGGEN

Und zwischen den Gängen: Chopin

Definitv nützlich ist diese Konstruktion, ein Esstisch mit eingebautem E-Piano. Wenn die Unterhaltung stockt, einfach kurz aufklappen und loslegen mit der Kunst.

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